Distortion
Verzerrung verändert die Wellenform und erzeugt zusätzliche Obertöne. Drive bestimmt den Eingriff, ein Mix-Regler mischt bearbeitetes und trockenes Signal. Vergleiche bei ähnlicher Lautstärke: Lauter klingt oft zunächst besser.
MYCELIUM / LERNEN & EXPERIMENTIEREN
Vom ersten Step bis zum lebendigen Sound: entdecke Rhythmus, Synthese und Effekte. Die Beispiele hier zeigen dir, was ein Regler verändert. Die Hörübungen machst du anschließend im Studio.
01 / DAS FUNDAMENT
In einem 4/4-Takt gibt es vier Viertelschläge. Der 16-Step-Sequencer teilt jeden davon in vier Sechzehntel. Eine Kick auf Step 1, 5, 9 und 13 ergibt den geraden Puls. Der Bass füllt die Zwischenräume.
Vereinfachte Grundmuster. Die Grafik verändert keine gespeicherte Studio-Szene.
Offbeat: Ein Bassimpuls zwischen zwei Kicks, hier auf Step 3, 7, 11 und 15. Das lässt Luft und macht den Wechsel von Kick und Bass leicht hörbar.
Galopp: Zwei Bassimpulse pro Viertel, hier auf den letzten beiden Sechzehnteln. Dadurch entsteht ein hüpfendes, antreibendes Gefühl.
Full-On: Drei Bassimpulse nach jeder Kick. Das ergibt eine rollende Bassline. Kurze, klar getrennte Bassnoten verhindern, dass das Fundament verschmiert.
BPM bedeutet Schläge pro Minute. Ein Viertel dauert 60 ÷ BPM Sekunden; ein Sechzehntel davon ein Viertel. Bei 150 BPM sind das 100 Millisekunden pro Step, bei 180 BPM nur rund 83 Millisekunden. Eine unveränderte Hüllkurve kann bei hohem Tempo deshalb plötzlich zu lang sein.
Übung: Spiele dasselbe Bassmuster bei zwei Tempi. Kürze Decay und Release, wenn Bassnoten ineinanderlaufen. Ändere anschließend den Klang – nicht gleich das gesamte Pattern.
02 / VOM IMPULS ZUM INSTRUMENT
Ein Oszillator liefert eine periodische Welle. Ein Filter formt deren Frequenzanteile. Eine Hüllkurve steuert den zeitlichen Verlauf, etwa die Lautstärke oder die Filteröffnung. Erst das Zusammenspiel macht aus dem Dauerton eine Bassnote oder einen FX-Impuls.
Ziehe an den Reglern und beobachte den Verlauf. Die senkrechte Achse zeigt den Pegel, die waagerechte die Zeit.
Schematisches Beispiel mit kurzer Haltephase; die Grafik normiert die Gesamtdauer auf die verfügbare Breite. Sustain ist ein Pegel, keine Zeit. Sie zeigt die Form, erzeugt aber keinen Ton.
Attack: Zeit vom Note-on bis zum höchsten Pegel. Sehr kurz bedeutet direkter Anschlag; länger bedeutet langsames Einblenden.
Decay: Zeit vom höchsten Pegel bis zum Sustain-Niveau. Ein kurzer Decay macht den Impuls kompakt.
Sustain: Das Niveau, das bei gehaltener Note bleibt. Bei perkussiven Sounds ist es oft niedrig oder null.
Release: Zeit vom Loslassen bis zur Stille. Zu langes Release kann schnelle Bassnoten überlappen lassen.
Hörübung: Solo auf Bass, kurze Attack, Sustain niedrig. Verändere nur Decay. Sobald der Bass sauber sitzt, gib etwas Release dazu.
Sinus: Ein einzelner Grundton, weich und schlicht. Dreieck: zusätzliche, schwächere Obertöne. Sägezahn: viele Obertöne, gut für bissige Sounds. Rechteck: eine hohle, kräftige Klangfarbe. Nicht jede Engine bietet alle Wellenformen an.
Die Root Note ist der tonale Ausgangspunkt. Beginne mit einer konstanten Bassnote. Eine Kick enthält einen schnellen Tonhöhenverlauf, deshalb stimmt man das hörbare tiefe Ende nach Gehör zum Bass ab; ein passender Notenname allein garantiert keine Verschmelzung.
Ein Lowpass lässt tiefe Frequenzen durch und schwächt höhere ab. Cutoff bestimmt die Grenzfrequenz. Resonanz betont den Bereich um diese Grenze; viel Resonanz verändert auch den Pegel und kann bei manchen Filtern selbst schwingen.
Beide teilen sich den tiefen Frequenzbereich. Lange Kick-Tails, lange Bassnoten und ungünstige Phasenlagen können den Mix dröhnen lassen oder den Bass ausdünnen. Mehr Lautstärke behebt das oft nicht.
03 / BEWEGUNG IM SOUND
Ein LFO ist ein langsamer Oszillator. Meist hörst du ihn nicht direkt: Er verändert einen anderen Parameter. Filtermodulation bewegt die Klangfarbe, Lautstärkemodulation erzeugt Tremolo und kleine Tonhöhenmodulation erzeugt Vibrato.
Die Grafik zeigt zwei Sekunden. Mehr Hz bedeutet mehr Wiederholungen pro Sekunde; mehr Intensität bedeutet eine größere Parameterbewegung.
Im Sync-Modus folgt die LFO-Dauer musikalischen Notenwerten. Ein Zyklus pro Viertel passt zum Puls; ein Zyklus pro Takt bewegt sich langsam über den Loop. Frei laufende Modulation in Hz muss nicht auf den Taktschlag fallen und kann organischer wirken.
Übung: Wähle ein Pad mit Drone oder organischer Textur. Moduliere zunächst nur den Filter mit kleiner Intensität. Vergleiche langsame freie Bewegung mit einem zum Tempo synchronisierten LFO.
One-Shot spielt ein Sample einmal ab, etwa einen Schlag oder Akzent. Loop wiederholt einen Klang, bis du ihn stoppst. Eine Drone verträgt lange Bewegung; ein perkussiver Impuls braucht meist eine klare Kontur.
In MYCELIUM sind Lautstärke und Modulation pro Pad einstellbar. Vier Bänke können eigene Audiodateien laden. Ein Klick auf ein Pad startet den Klang; bei einem aktiven Loop stoppt erneutes Drücken die Wiederholung. Reduziere den Pad-Pegel vor dem ersten Start eines unbekannten Samples.
Nutze nur Samples, deren Verwendung du erlaubterweise teilen darfst. Lokale Uploads bleiben auf deinem Gerät und werden nicht als Audio in der Community-Preset-Bibliothek veröffentlicht.
04 / MEHR CHARAKTER, MEHR KONTROLLE
Verzerrung verändert die Wellenform und erzeugt zusätzliche Obertöne. Drive bestimmt den Eingriff, ein Mix-Regler mischt bearbeitetes und trockenes Signal. Vergleiche bei ähnlicher Lautstärke: Lauter klingt oft zunächst besser.
Wiederholt den Klang zeitlich versetzt. Feedback führt Wiederholungen zurück in den Effekt. Zu viel Feedback füllt den Loop schnell auf. Starte mit kurzen, leisen Wiederholungen auf einzelnen FX-Spuren.
Ein Lowpass kann einen Übergang abdunkeln. Der gemeinsame Kick/Bass-Filter bearbeitet das Fundament; die Effekte für den gesamten Track wirken breiter. Prüfe genau, welchen Bereich du gerade formst.
Im Part Mixer wählst du Quellen und Pegel pro Spur. Mute nimmt eine Spur heraus. Solo isoliert sie. Baue den Mix mit Kick und Bass auf und ergänze Hats, Acid und FX schrittweise.
Wenn jede Spur laut ist, bleibt wenig Platz im Gesamtmix. Senke zuerst einzelne Pegel. Starkes Drive kann den Pegel zusätzlich erhöhen. Der Oszilloskop-Ausschlag zeigt Signalbewegung; eine größere Darstellung beweist allein weder bessere Klangqualität noch einen verzerrungsfreien Mix.
05 / DEIN ERSTER EIGENER LOOP
Beginne mit einem geraden Puls und einer kurzen rollenden Bassline. Lass melodische Acid-Bewegungen oder Pads darüber wachsen. Goa kann stärker melodisch geprägt sein; Psytrance umfasst sehr unterschiedliche Spielarten.
Aufgabe: Vergleiche Offbeat und Full-On mit derselben Root Note. Füge nur einen melodischen Akzent hinzu.
Verschlungene Texturen und organische Akzente schaffen Tiefe. Das Fundament darf trotzdem klar bleiben. Langsame Modulation auf FX erzeugt Bewegung, ohne jedes Sechzehntel mit einem neuen Sound zu füllen.
Aufgabe: Wähle Forest und forme Organic FX und Forest FX unterschiedlich. Lass eine Spur langsam, die andere rhythmisch reagieren.
Hohe Geschwindigkeit und dichte Klangwechsel brauchen präzise Impulse. Kürze die Bass-Hüllkurve, halte die Kick kontrolliert und setze digitale FX als gezielte Akzente ein.
Aufgabe: Wähle Hitech. Variiere Bassnoten und Envelope, während das gewählte Bassmuster erhalten bleibt.
Hake die Schritte ab. Dein Fortschritt bleibt in diesem Browser gespeichert, sofern lokale Speicherung verfügbar ist.
Im Studio ausprobieren ↗Ein Preset hält Einstellungen für eine spätere Session fest. Gib deiner Szene einen Namen, der dir etwas sagt, etwa „Forest · kurze Kick · langsame Drone“. Speichere vor größeren Experimenten eine zweite Version.
Lokale Szenen und eigene Samples hängen an diesem Browser und Gerät. Das Löschen von Browserdaten kann sie entfernen. Die Community-Bibliothek ist eine separate Ablage: Du reichst ein Preset ein, das vor der öffentlichen Freigabe geprüft wird. Eigene Audiodateien werden dabei nicht mitveröffentlicht.
06 / KURZER WISSENSCHECK
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